Gehört der Islam zu Deutschland, oder wir zum Islam, oder nur die Moslems oder das Christentum, oder ….

Seit Jahren, bzw. seit Wolff, diesen viel gelobten, aber auch viel geschmähten Satz in die Republik gestellt hat, wird diskutiert, gestritten, gespottet und die Richtigkeit bezweifelt. Was einerseits wie ein Krieg um Worte wirkt,  wird andererseits zum politischen Glaubensbekenntnis.
Jeder der ein wenig in die Geschichte schaut,  sieht zwar,  welche wichtigen Einflüsse zu allen Zeiten aus dem arabischen Raum, oft auf Umwegen, zu uns gelangten,  zu behaupten  "der Islam gehöre zur Geschichte des Landes" stünde aber bestenfalls den Spaniern zu, nicht aber uns "Nordländern".
Nun wollte der ehemalige Bundespräsident sicher nicht die Geschichte umschreiben, sondern ein Zeichen gegen Ausländer-  und Religionsfeindlichkeit setzen – sprachlich undeutlich war der Satz allemal.

So stehen wir nun vor einem Scherbenhaufen von Rede und Gegenrede, so mancher nutzt die Chance beim verbalen Gegenschlag alte offene Rechnungen zu begleichen und aus dem "gut gemeinten" Lösungsvorschlag ist ein neuer Streit entstanden.

Der vermeintliche Kompromiss "Nicht der Islam, sondern der Muslim gehört zu Deutschland" hat den Beigeschmack der Vereitlung des Anspruchs auf Versammlungsfreiheit – das "Identitätsstiftende" (der Glaube) wird zum "Privaten" erklärt, um jeden Anschein von Religionskrieg  und "kulturellem clash"  zu vermeiden.
Ein weiteres Problem tritt durch den Versuch der Abwehr der  -Pegida-Bewegung  zu Tage.  Während die Befürworter der "Islam gehört zu Deutschland"-These behaupten, alleine die Zahl der  im Lande lebenden Menschen Muslime rechtfertige die Behauptung, sagen oft die gleichen Leute wenn es um die Pegida geht,  mit der "Islamisierung"  könne es ja nicht so weit her sein,  wenn in einzelnen Bundesländern der muslimische Anteil  unter einem Prozent liege.

Die politische Kaste (Politik und Journalismus) diskutiert das Problem also in einer Weise, die nicht gerade –
was die Redlichkeit der Argumentation betrifft –  für den interessierten (aber vielleicht weniger "engagierten")  Bürger Vertrauen erweckend wirkt.
So  führt das bei den Pegida-Leuten zum Vorwurf "Lügenpresse",  beim unpolitischen Bürger zum Eindruck "alles viel zu ideologisch".
Auf der Strecke bleiben dabei Asylanten in ihren Notunterkünften  – wie vermutlich auch die Religionsfreiheit.

Die Möglichkeit, mit der Säkularisierung Ernst zu machen, auf dem  "Laizistischem Staat"  zu bestehen,
damit tut sich das "christliche Abendland", der späte Nachfolger des "Hl. röm. Reiches dt.N."  schwer.
Ist Religion doch wichtig – wenn es die "richtige" ist?